Die Cybergemeinde

Eine kleine Geschichte (Die Texte in den Klammern beschreiben die Situation im Internet).

Es gab einmal eine Gemeinde mit dem Namen Cyber. Die Einwohner waren merkwürdige Leute. Sie hatten alle keinen Namen und ließen sich nur mit ihrer Hausnummer ansprechen (IP-Nummern). Außerdem verließen sie nie ihre Häuser. Alle hatten 2 Bedienstete, einen Pförtner (Netzwerk-Adapter) und einen Boten (Daten-Paket). Wenn die Cyberbewohner was von der Außenwelt wollten, schickten sie ihren Boten los.

Der Bote war jedoch sehr vergesslich, daher mussten die Bewohner dem Boten einen Brief geben, in dem Absender und Empfänger aufgeschrieben waren (Header). Die Hausnummer des Empfängers, damit der Bote den richtigen Weg fand, und die eigene Hausnummer, damit der Bote den Weg zurück fand (Dieses war der Urzustand des Internets. Jeder Rechner hatte seine eigene feste IP-Nummer).

Die Gemeinde wuchs aber schnell, und bald reichten die Hausnummern nicht für alle! Da entschied die Gemeindeverwaltung, dass Hausnummern erst dann vergeben werden, wenn sie gebraucht werden, also wenn der Bote losgehen wollte (dynamische IP-Nummervergabe). Fortan mußten die Bewohner erst beim Pförtner anrufen, der selbst in der Gemeindeverwaltung anrief, und sich  eine Hausnummer zuteilen ließ. Diese teilte er seinem Hausbewohner mit, der erst dann die Absender-Adresse eintragen konnte (Dieses ist die Situation beim DFÜ-Adapter von MS. Das Programm meldet sich beim DFÜ-Adapter an. Der DFÜ-Adapter stellt die Verbindung zum Provider her und läßt sich eine IP-Nummer geben. Diese wird dem wartenden Programm mitgeteilt).

Vielen Einwohnern war dieses Verfahren zu umständlich und sie entschieden sich dafür immer dieselbe Hausnummer als Absender anzugeben. Die Gemeindeverwaltung stellte eine sogenannte interne Hausnummer zur Verfügung, die alle als interne Hausnummer verwenden durften (192.168.x.x). Jetzt wurde der Bote mit dem Brief (Header) sofort losgeschickt. Nun war es die Aufgabe des Pförtners, die Interne Hausnummer im Brief durch die reelle von der Gemeinde zugeteilten Nummer zu ersetzen (Genau so funktioniert unter anderem Fritz!web. Fritz!web ist ein virtueller Netzwerk-Adapter, und täuscht eine Netzwerk-Karte mit der IP-Nummer z.B 192.168.120.254 vor. Beim Verbindungsaufbau läßt sich Fritz!web eine gültige externe IP-Nummer zuteilen und ersetzt im Header des Datenpakets die interne Nummer durch die Externe. Dieses wird Network Adress Translating, oder NAT, genannt. Das anfordernde Programm, wie z.B. Doko, glaubt jedoch, daß die interne Adresse auch die externe ist).

Es gab aber auch ein Hotel in der Gemeinde (internes Netzwerk). Viele Menschen hatten alle eine gemeinsame Hausnummer. Damit die Boten zurückfinden konnten, war es erforderlich, daß der Pförtner noch zusätzlich zur Hausnummer auch die Zimmernummer in der Absender-Adresse vermerkte (Und so funktioniert ein Router. Er verändert die interne IP-Nummer in die externe und fügt eine Port-Nummer hinzu. Wie z.B. 192.168.1.2 in 62.148.54.196:61440. Diese Daten werden dann in die sogenannte dynamische Port-Mapping-Tabelle eingetragen. Antworten können so eindeutig zugeordnet werden. Dieses Verfahren heisst NAT mit Port-Mapping oder Port-Umsetzung). Nur unaufgeforderte Briefe von außen zu verteilen war schwierig. Nur wenn die Bewohner des Hotels ihren Bekannten die Zimmernummer mitgeteilt hatten, konnten die Briefe zugestellt werden (Im Netzwerk können einzelne Port-Nummern auch statisch einem einzelnen Rechner zugeteilt werden. Doko meldet sich z.B. auf Port 7001-7003. Wenn diese Port-Nummern einem bestimmten Rechner zugeteilt werden, werden unaufgeforderte Verbindungsanfragen des Doko-Programms (Tisch eröffnen!) immer an diesen einen Rechner geleitet).

Alles klar :-)

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